Stipendium
Die Stiftung-Fraueninitiative schreibt aus:
zwei Jahresstipendien
Mit diesen beiden Stipendien möchten wir folgende Diskurse fördern:
° Wie wird Geschlechtergerechtigkeit in ökonomischen, auch alternativen ökonomischen Konzepten thematisiert?
° Wieso werden die Macht- und Ressourcenfragen fast nie im Kontext einer geschlechtergerechten Teilung diskutiert und gelöst? Wie lässt sich das ändern ?
° Welche Möglichkeiten, welche Rahmenbedingungen braucht es, um ein kooperatives,am Gebrauch orientiertes, nicht-patriarchales und umweltschonendes Wirtschaften und %c Arbeiten zu entwickeln? Was muss sich dazu an unserer heutigen Wirtschafts- und Arbeitsweise ändern? Welch Regulierungen braucht es dazu auf den Finanzmärkten?
° Wie und was und wieviel muss wirklich produziert werden? Welche Waren und Dienste brauchen wir wirklich für ein gutes Leben auf unserm Planeten (Weiterentwicklung des Konsum- und Bedürfnisdiskurses) ?
Die Themen stehen zur Auswahl. Eigene Ideen unter der Gesamtüberschrift können ebenfalls vorgeschlagen werden.Die Forschungszeit soll zur theoretischen Weiterentwicklung aus feministischer Sicht oder zur Reflexion und theoretischen Interpretation konkreter Praxiserfahrungen genutzt werden.
Die 'Stiftung Fraueninitiative' fördert eine solche Arbeit ein Jahr lang mit monatlich 1.000,- €. Das Arbeitsergebnis soll in deutscher Sprache verfasst sein. Näheres regelt der Stipendiats- und evtl. Autorinnen-Vertrag. Möglicher Beginn des Stipendiums im Frühjahr 2010.
Erforderliche Bewerbungsunterlagen: Vorstellung des gewünschten Themas, der Fragestellung, der Zielvorstellung und der zeitlichen und inhaltlichen Vorgehensweise (ca. 6-8 Seiten); tabellarischer Lebens- und Berufsverlauf, Skizzierung bisheriger feministisch-politischer Aktivitäten und der derzeitigen Arbeitssituation.
Bewerbungsschluss ist der 30.November 2009 Postfach 190308 in 50500-Köln www.stiftung-fraueninitiative.de
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Friederike Habermann: Halbinseln gegen den Strom. Anders leben und wirtschaften im Alltag
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Hrsg.: Stiftung Fraueninitiative, Köln
Bd. 6 der Schriftenreihe >Konzepte/Materialien< Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/Taunus 2009, 228 S. 19,90 € ISBN 978-3-89741-284-2
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Kapitalistisches Wirtschaften bringt immer nur wenigen Menschen Reichtum. Die Zahl der Armen, Hungernden in der Welt nimmt zu. Sozialistisches Wirtschaften, so wie wir es erlebt haben, brachte ebenfalls keine Lösung. Die Parole „Wachstum, Wachstum über alles“ zerstört unsern Planeten, unsere Lebensgrundlagen. Wie stark wir in unserem Selbstverständnis, in unserer Identität von dem ökonomisch vorherrschenden Grundprinzip des >homo oeconomicus< – also des unternehmerisch handelnden und den eigenen Nutzen maximierenden Menschen – in unserm Denken und Handeln in allen unseren Lebensbereichen geprägt sind,*) erleben wir täglich. Wohin das führt, wissen wir auch, wenn wir es denn wissen wollen. Diese Prägung unserer jeweiligen Identität bietet zudem einen perfekten Anker für Herrschaftsinstrumente. Formen des miteinander Kooperierens dagegen, des miteinander Handelns zum Wohle auch der Anderen, gab es in der Vergangenheit immer schon, auch das Wissen: Emanzipation kann nur gelingen, wenn sie die Emanzipation der Anderen einschließt. Je stärker wir die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise am eigenen Leib erfahren, desto intensiver beginnt vor allem die junge Generation, mit neuen Ideen zu möglichem anderen Wirtschaften-Arbeiten-Leben zu experimentieren. Was sich dazu beispielhaft in unserem Land bereits entwickelt hat, welche Erfolge, welche Schwierigkeiten sich zeigen, hat Friederike Habermann erkundet und in den „Halbinseln“ beschrieben. Erstaunlich ist das breite Spektrum der Ansätze zur gemeinsamen Bedarfsdeckung, oft ohne in Geld oder Zeit aufzurechnen: von „Nahrungsmittel“ über „Kleidung + andere Gebrauchsgegenstände“, „Dienstleistungen“, „Wohnen + Leben“, „Finanzen“, „Bildung“, „Gesundheit“, „Kommunikation“, „Mobilität“ bis hin zu „Fun“. Sie schließt ihre Einleitung mit dem Spruch der Zapatistas: „Für eine Welt, in die viele Welten passen.“ '- *)(Ausführlich und theoretisch fundiert schreibt Friederike Habermann hierzu aus feministischer Sicht in ihrem Buch „Der homo oeconomicus und das Andere“ Nomos-Verlag 2008.)-
